Das bin ich

Thorsten Trautmann

Thorsten Trautmann

## Das bin ich

Ich heiße Thorsten Trautmann, bin Jahrgang 1969, in Münster geboren – und wahrscheinlich nicht das, was man sich als Erstes unter einem Menschen vorstellt, der seit Jahrzehnten Gedichte schreibt.

Ich bin Polizeibeamter.

Seit 1990 gehöre ich zur Polizei Nordrhein-Westfalen. Ich habe in der Einsatzhundertschaft angefangen, später im Wach- und Wechseldienst gearbeitet und bin irgendwann im Innendienst eines Polizeipräsidiums gelandet. Dort verbringe ich heute einen erheblichen Teil meines Tages mit Dingen, über die sich nur ausgesprochen schwer Gedichte schreiben lassen.

Obwohl – ausgeschlossen ist auch das nicht.

Geschrieben habe ich jedenfalls schon lange vor meiner Zeit bei der Polizei. Irgendwann Mitte der Achtziger fing das an. Warum, weiß ich heute selbst nicht mehr so genau. Ich habe einfach geschrieben. Über Dinge, die mich beschäftigt haben, über Menschen, Gefühle, Familie, den Polizeiberuf, die Welt und gelegentlich über mich selbst. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert.

Nur die Menge ist etwas eskaliert.

Inzwischen sind über die Jahre mehrere hundert Gedichte zusammengekommen. Manche davon mag ich heute noch sehr. Bei anderen frage ich mich, was mich damals geritten hat. Aber auch die gehören dazu. Deshalb dürfen sie bleiben.

2009 kam diese Website dazu. 2020 folgte der Podcast. Dort lese ich meine eigenen Gedichte und erzähle meistens auch ein wenig darüber, wie sie entstanden sind und was dahintersteckt. Nicht, weil ich erklären möchte, wie man meine Texte gefälligst zu verstehen hat. Wenn ein Gedicht veröffentlicht ist, darf ohnehin jeder etwas anderes darin entdecken.

Und weil ein Mensch glücklicherweise nicht nur aus Beruf und Gedichten besteht, gibt es bei mir noch ein paar andere Baustellen.

Ich interessiere mich für Technik und kann erstaunlich viel Zeit damit verbringen, Software auszuprobieren, am Mac herumzubasteln oder an eigenen Projekten zu tüfteln. Inzwischen gehört dazu sogar die Entwicklung eigener Programme. Das führt regelmäßig zu der Erkenntnis, dass etwas, das „eigentlich ganz einfach“ sein müsste, mehrere Abende kosten kann.

Zur Entspannung gibt es Computerspiele.

Theoretisch jedenfalls.

Außerdem haben es mir Klemmbausteine angetan. Andere Menschen sehen einen Haufen kleiner Kunststoffteile. Ich sehe etwas, das unbedingt zusammengebaut werden muss und anschließend irgendwo stehen soll, obwohl vorher schon klar war, dass dafür eigentlich kein Platz mehr vorhanden ist.

Dieses Problem kenne ich auch von einer weiteren Leidenschaft: Ich sammle historische und internationale Polizeikopfbedeckungen. Alte Schirmmützen, Kepis, Bobbyhelme, Tschakos und andere Stücke, an denen ein kleines Stück Polizeigeschichte hängt. Besonders interessant wird es für mich, wenn sich herausfinden lässt, wann und wo ein Stück getragen wurde oder sogar, wem es einmal gehört hat.

Damit schließt sich der Kreis dann irgendwie doch wieder zur Polizei.

Es gibt allerdings auch einen Teil von mir, über den sich weniger leicht und locker schreiben lässt.

Depressionen begleiten mich seit Jahren. Mal halten sie sich im Hintergrund, mal drängen sie sich mit aller Macht nach vorne und versuchen, mein Denken, mein Fühlen und schließlich mein ganzes Leben zu vereinnahmen. Ich möchte daraus weder ein Geheimnis machen noch mich darüber definieren. Aber so zu tun, als gehörte das nicht zu mir, wäre genauso falsch.

Auch darüber schreibe ich.

Manche meiner Gedichte sind in Zeiten entstanden, in denen die Welt erheblich dunkler aussah als sonst. Das Schreiben macht diese Zeiten nicht einfach gut und ein Gedicht ist keine Therapie. Aber manchmal hilft es mir, etwas, das sich im Kopf festgesetzt hat, nach draußen zu befördern. Worte für etwas zu finden, das sich ansonsten nur schwer erklären lässt.

Deshalb dürfen auch diese Texte hier stehen.

Und natürlich gibt es noch das Leben außerhalb all dieser Dinge. Familie, Menschen, die mir wichtig sind, gute und weniger gute Zeiten, Erinnerungen, Verluste, Freude, Zweifel und all das Zeug, das sich nicht ordentlich in Kategorien sortieren lässt.

Genau daraus entstehen letztlich viele meiner Gedichte.

**poetrycop** ist deshalb weder eine Kunstfigur noch der Versuch, besonders interessant zu wirken. Der Name verbindet einfach zwei Dinge, die mich schon einen ziemlich großen Teil meines Lebens begleiten:

Polizei und Poesie.

Aber hinter beidem steckt eben ein Mensch. Einer mit ziemlich vielen Interessen, einigen Macken, guten Tagen und beschissenen Tagen, mit Dingen, die gelingen, und anderen, die es nicht tun.

Mehr Geheimnis steckt eigentlich nicht dahinter.

Aber inzwischen eine ganze Menge Geschichte.

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Letztes Update 2026 Februar 04 - 22:31